Weil Medien nicht mehr drüber berichten: Endlich wieder Frieden in Syrien

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Syrien – Aufatmen in Damaskus, Homs und Aleppo: Weil der Bürgerkrieg in Syrien keine neuen Schlagzeilen liefert und die Medien ihre volle Aufmerksamkeit Donald Trump widmen, herrscht plötzlich wieder Frieden in dem von Tod und Zerstörung geplagten Land.

Die Menschen in Syrien können aufatmen: Endlich wieder Frieden! Foto: Pixabay

Wurde auch Zeit

„Uff, dieser Konflikt ging jetzt schon über fünf Jahre“, erzählt uns ein abgemagerter Zivilist im zerbombten Aleppo. „Aber das ist jetzt ja zum Glück vorbei.“ Wie genau es zu dem plötzlichen Frieden kam, darüber rätseln die übriggebliebenen Einwohner Syriens in den vielen wiedereröffneten Cafés des Landes. Verschiedene Theorien über den neuerdings so wunderbar ereignislosen Alltag ohne Bombenexplosionen, Folter und Nahrungsmittelknappheit machen die Runde.

Im Nahen Osten nichts Neues

„Ist doch ganz klar“, erzählt uns ein älterer Herr, der nur noch einen Arm hat. „Irgendwann haben die Medien auf der ganzen Welt aufgehört, über den Bürgerkrieg zu berichten, weil es wichtigere Themen gab. Die USA haben jetzt zum Beispiel einen Möchtegern-Diktator zum Präsident gewählt. Der macht immer so komische Sachen. Heute hat er ein Wort falsch getwittert. Einfach der Hammer. Das muss man sich mal vorstellen! Das ist natürlich abwechslungsreicher als dieses immer fortwährende sich gegenseitig totschießen hier. Es passierte ja doch nichts neues.“

Kaum noch Presse vor Ort

Die logische Konsequenz aus dem immer gleichen blutigen Alltag in Syrien: Gelangweilte Medienvertreter verließen das Land in Scharen, und gleichzeitig ebbte der Konflikt immer weiter ab, bis es plötzlich keinen Grund mehr zum Kämpfen gab. „Ich köpfe hier doch keine unschuldigen Zivilisten, wenn hinterher niemand da ist, der die Leichenberge dokumentiert“, so ein ehemaliger IS-Kämpfer zum Hänselblatt. „Der Syrien-Konflikt ist mehr oder weniger out, nicht mehr im Trend. Die Menschen interessieren sich jetzt für andere Dinge, wie zum Beispiel diesem Fidget Spinner. Ich arbeite mich hier doch nicht krumm und bucklig, wenn nicht wenigstens etwas Fame dabei herausspringt. Ich bin doch nicht blöd!“

Auch dem bisherigen Machthaber Assad ist die Lust aufs Kämpfen gründlich vergangen. „Man muss einsehen, wenn es zu Ende ist. Das ist jetzt nun mal so“, gab ein zerknirschter Machthaber zu Protokoll. „Ohne Medieninteresse macht das hier alles keinen Sinn. Warum kämpfen, wenn keiner zusieht? Wir haben hier gut und gerne sechs Jahre lang Entertainment für die ganze Welt geliefert, doch so ist das im Showbusiness – irgendwann bist du nicht mehr gefragt.“

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