Hipster (34) sicher: Veganes Essen unter der Woche gleicht Ecstasy-Konsum vom Wochenende wieder aus

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Laut Berechnungen eines BND-Supercomputers sieht so der durschnittliche Hipster aus. Foto: Pixabay
Laut Berechnungen eines BND-Supercomputers sieht so der durschnittliche Hipster aus. Foto: Pixabay

Berlin – Wie lebt der Mensch gesund? Diese Frage wird vor allem in sozialen Netzwerken vehement diskutiert. Markus G. (34) hat da seine ganz eigene Idee: Der feierwütige Berliner macht die Wochenenden durch – unter Einnahme rauer Mengen Ecstasy. Um gesundheitlichen Langzeitschäden vorzubeugen, ernährt sich der verantwortungsvolle Familienvater unter der Woche vegan.

Schöner Empfang

Ein frostiger Dezembertag irgendwo in Berlin. Wir haben uns mit Markus G. auf einen Kaffee-To-Go in einem Stadtpark verabredet. Wir bringen die Fragen, Markus den Kaffee – so war es abgemacht. Markus G. ist bereits vor uns am vereinbarten Treffpunkt. Den Kaffee hat er dabei. Er wirkt hibbelig. „Da seid ihr ja“, begrüßt er uns. „Vielleicht hätten wir uns doch besser unter der Woche getroffen, während ich vegan lebe. Jetzt grad bin ich voll auf Ecstasy.“ Ohne Vorwarnung springt Markus G. auf und fängt in der Eiseskälte an zu raven, als wäre es 1998. Wir setzen uns, trinken den Kaffee leer und schauen Markus G. beim Schwitzen zu. So oder ähnlich läuft tatsächlich jeder Interviewtermin in Berlin ab. We luv it.

Einer muss an die Kinder denken

Nach zwei Stunden klappt Markus G. erschöpft zusammen. Sein Puls ist schwach. Er deutet mit letzter Kraft auf seine linke Jackentasche – dort sind die Ecstasy-Pillen. Fünfmal öffnet und schließt er vehement seine linke Hand. Wir haben mitgezählt und füllen ihm 25 der bunten Muntermacher ein, die wir mit seinem mittlerweile eiskalten Kaffee nachspülen. Markus G. sackt zusammen und zeigt uns mit den Händen an, dass er jetzt noch 15 Minuten Pause braucht. Sein Puls wird immer schwächer. Wie auf Kommando springt er nach einer Viertelstunde auf. „So. Sorry, wegen der Verspätung, aber wie gesagt, unter der Woche wäre besser gewesen. Da bin ich fit wie ein Turnschuh und nicht so ein Drogenopfer.“

Läuft bei ihm

G. erzählt uns von seinem Lifestyle: „Unter der Woche bin ich ein liebevoller Familienvater, der sich vegan ernährt. Aber am Wochenende lasse ich die Sau raus. Da schmeiße ich mir alles an Ecstasy ein, was ich in die Finger bekomme. Hauptsache, ich bin drauf. Eltern werden das nachvollziehen können.“ Exzessiver Drogenkonsum? Als Familienvater? Selbst wir vom Hänselblatt sind ausnahmsweise schockiert. „Ich weiß“, erklärt und G.,“ klingt erstmal richtig krass. Aber da ich auf gar keinen Fall ein Drogenopfer sein will, esse ich unter der Woche nur pflanzliches Zeug – das gleicht den Ecstasy-Konsum locker wieder aus.“ Auf welche Studie er sich denn beruft, wollen wir wissen. Markus G. springt auf. „Leute! Guckt mich an! ICH bin die Studie! Der lebende Beweis, dass mein Plan funktioniert. Ich fühle mich topfit, obwohl ich jeden Sonntag mit einer Überdosis im Krankenhaus aufwache.“

Das System geschlagen

Markus G. hält sich tatsächlich für einen Fuchs, der glaubt, den eigenen Körper überlistet zu haben. Und ehrlich gesagt, fällt es uns schwer, ihm die Wahrheit zu sagen, so überzeugt wirkt er von seinem Lifestyle. Doch als Hänselblatt ist der Gedanke an die Aufklärung der Gesellschaft unser täglicher Antrieb. Und auch Markus G. zählt zur Gesellschaft dazu. Also schenken wir ihm reinen Wein ein: Wir erzählen ihm, DASS HEUTE MITTWOCH IST!!!!! „Ach, du scheiße!“, ruft Markus G. aus. „Ich muss los, meine Kinder aus der Kita abholen.“ Doch gerade als er sich auf den Weg machen will, schlägt das Ecstasy voll ein. Statt ein liebvoller Familienvater zu sein, ravt Markus G. fröhlich in der Kälte umher. Er hat sein Leben wirklich voll im Griff. Dank veganer Ernährung.

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. hb sagt:

    wunderschön be-und geschrieben.

    Gefällt mir

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