Skandal: Ferrero lässt auch in Deutschland Millionen Kinder Spielzeug zusammenbauen

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Viele Kinder sind mit den Nerven am Ende. Foto: Pixabay
Viele Kinder sind mit den Nerven am Ende. Foto: Pixabay

Frankfurt – Ferrero versinkt immer mehr im Kinderarbeitsskandal. Wie jetzt bekannt wurde, müssen nicht nur rumänische Kinder unter sklavenähnlichen Bedingungen die beliebten Überraschungseier zusammenbauen – die Endfertigung der Spielzeuge erfolgt sogar meist erst in deutschen Kinderzimmern.

Für eine Hand voll Schoko   

Getarnt als lustige Überraschungseier gelangen die Spielzeuge schon seit Jahren ungehindert in deutsche Kinderhände. Besonders dreist von Ferrero ist die Tatsache, dass die kleinen Hilfsarbeiter für ihre eigene Kinderarbeit noch zahlen müssen und darüber hinaus auch noch mit einem ungenießbarem Süchtigmacher gelockt werden: ein Gemisch aus 99 Prozent Zucker und etwas kakaoähnlicher Substanz verkaufte man den Kindern als „Schokoladeneier“. Diese von Experten als „reine Zuckerbomben“ klassifizierten Bio-Waffen machen bereits beim ersten Biss süchtig, weshalb viele Hosenscheißer an den Supermarktkassen völlig die Kontrolle über sich verlieren, wenn sie eines der begehrten „Ü-Eier“ entdecken. Hilflose Eltern bleibt in einem solchen Moment meistens nichts Anderes übrig, als ihren Kindern ein Überraschungsei zu kaufen, womit sie ihre Sprösslinge jedoch nur noch weiter in die Abhängigkeit treiben.

Familien im Teufelskreis

Hausbesuch bei Familie Köhler. Mutter und Vater haben seit längerer Zeit ein Problem mit Tochter Tamara (7). Das kleine Mädchen ist seit Monaten fest in der Hand von Ferreros unnachgiebiger Kinderarbeitspolitik. „Wir haben das nicht kommen sehen“, erzählt uns Mutter Köhler. „Tamaras Patentante hat ihr einmal ‚so zum Spaß‘ ein Überraschungsei mitgebracht. Seitdem ist nichts wie es einmal war.“ Laut Familie Köhler verbarg sich in Tamaras erstem Überraschungsei ein Rennauto zum Zusammenbauen. „Das hatte sie auch rasch erledigt“, so der Vater. „Doch während sie mit dem Auto spielte, biss sie gedankenverloren in die Schokolade, womit ihr Leben, und auch unseres, eine dramatische Wendung nahm.“

Keine Schule für Tamara

Tamara bastelt seitdem rund um die Uhr Spielzeug aus Überraschungseiern zusammen. Zur Schule geht sie seit Monaten nicht mehr – keine Zeit. Ihre Leistungen wurden so schlecht, dass selbst ihre Lehrer geraten haben, sich doch lieber voll und ganz auf ihre neue Arbeit zu konzentrieren. Verschnaufpausen hat Tamara wenig. „Ab und an mal ist da schon so eine fertige Figur drin“, erzählt sie uns, kurz bevor sie eine neue Schicht in ihrem Kinderzimmer beginnt. „Dann habe ich mal eine Minute Pause. Die gönne ich mir dann auch.“ Doch dank Tamaras Sucht nach Ü-Eiern und dem damit verbundenen Druck, Spielzeuge zusammenzubauen, ist Familie Köhler in finanzielle Schieflage geraten. „Wir arbeiten jetzt alle unter Tamaras Regie“, erklärt der Vater. „Die tägliche Beschaffung neuer Ü-Eier frisst viel Zeit und Geld. Unsere Jobs mussten meine Frau und ich aufgeben. Dafür fahre ich jetzt jeden Tag die Supermärkte ab und beschaffe Nachschub, während meine Frau die zusammengebauten Spielzeuge auf Ebay verkauft. So halten wir uns über Wasser.“

Es ist ein furchtbarer Teufelskreislauf, in dem die Köhlers gefangen sind. Doch sind sie nicht die einzigen. Die Dunkelziffer für solche zerrütteten Familien ist hoch. Es ist eine Schande. Eine Schande, an der Ferrero kräftig mitverdient.

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. kordula pitsch sagt:

    und für die unter 3-jährigen gibt’s kinderriegel, damit füttert man die folgeschar der kinderarbeiter von ferrero heran.

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