Weil „Bohemian Rhapsody“ einfach genial ist: Durchschnittlicher Facebook-User gönnt Dylan den Nobelpreis

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Bob Dylan bei seinem ersten Auftritt vor Live-Publikum im Jahr 1955. Foto: Pixabay
Bob Dylan bei seinem ersten Auftritt vor Live-Publikum im Jahr 1955. Foto: Pixabay

Stockholm – Nachdem Singer und Songwriter Bob Dylan (75) überraschend mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, wünscht ihm auch die reflektierte durchschnittliche Facebook-Gemeinschaft in Deutschland alles Gute. Viele sind zum Beispiel der Meinung, er habe den Preis alleine schon für seinen Song „Bohemian Rhapsody“ verdient.

„Endlich gewinnt ein Schwarzer“

Deutschlands Facebook-Gemeinde gilt international als die kulturelle Elite unter den Kommentarspalten. Kein Wunder also, dass sich der belesene Wutbürger mit seinem fundierten Fachwissen auf den Facebook-Seiten von Spiegel Online, Focus und Stern über Bob Dylans Auszeichnung gefreut hat – den Exoten kennt schließlich nicht jeder. Birgit O. aus Wanne-Eickel schrieb: „Endlich kürt die Nobelpreis-Jury auch mal einen Schwarzen zum Sieger! ‚Bohemian Rhapsody‘ war aber auch genial! Nur, warum hat er den Song eigentlich nicht selbst, sondern von einer Frau singen lassen?! Weiß da einer mehr?!“

Bob Dylan – der „rappende Politiker“

Auch Norman K. aus Padberg ist voll des Lobes: „Eigentlich sind Politiker ja alles Schweine und Verräter, aber dieser Dylan ist doch irgendwie cool. Ich meine, ein rappender Politiker, der zum Weltmeister gekürt wird! Mega!!!“ Doch neben all dem Lob gibt es auch kritische Töne. So schreibt Malte K. aus „Hogwarts“ (Angabe auf seinem Facebook-Profil): „Jaja, alles Gute und so. Ist ja auch nicht unverdient. Aber warum berichtet der Stern eigentlich nicht mal wieder über die Streubomben streuenden Bomben der USA in Syrien, dem Irak und dem Iran? Ständig wird nur über Russland hergezogen. Das ist HETZE! LÜGENPRESSE!!!!“

Manch einer wird sentimental

„Ich weiß noch genau, Wembley-Stadion 2004“, erzählt Rainer P. aus Wattenscheid. „Da sah ich Dylan ‚Bohemian Rhapsody‘ auf der Bühne performen. Begleitet wurde er von Elton John auf der Panflöte. Das bahnbrechende Bühnenfeuerwerk und sein zweistündiges Bass-Solo haben mein ganzes Leben verändert. Wegen Dylan wähle ich jetzt AfD. Ich wollte einfach mal ‚Danke‘ sagen.“ P.‘s Kommentar erhielt bei Spiegel Online über zweitausend Likes und dreihundert Kommentare. Die meisten beschäftigten sich allerdings mit der Rolle der USA in Syrien und warum zu Unrecht kritisch über Russland berichtet wird.

 

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