Um auch alle fünf Minuten Pause machen zu können: Azubi Kevin (18) raucht jetzt Kette

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Raucht jetzt gut was weg: Kevin R. (18). Foto: Pixabay
Raucht jetzt gut was weg: Kevin R. (18). Foto: Pixabay

Celle –Kevin R. (18) hat es satt: Erst vor kurzem hat er seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann begonnen, schon muss er feststellen, dass seine rauchenden Kollegen ihre Zigarettenpausen schamlos ausnutzen. Der junge Mann sieht nur eine Möglichkeit diese Ungerechtigkeit auszugleichen – und wird von einen Tag auf den anderen zum Kettenraucher.

Immer schön auf Lunge

Herbstanfang. Die Blätter färben sich langsam um und fallen in Scharen zu Boden. Überall liegen kleine Häufchen dieser bunten Hügel. Zwischen ihnen steht Kevin (18). Der Azubi hat den Kragen seines Mantels hochgeklappt, die Hände in den Hosentaschen. Als er uns sieht, hebt er die Augenbrauen zum Gruß und deutet ein Lächeln an. Es wirkt gespielt. Kein Wunder, viel zu lachen hat Kevin gerade nicht. „Die Leute hier machen mich krank“, beginnt Kevin das Gespräch. „Seit Anfang September bin ich hier, und das einzige, was ich gelernt habe, ist auf Lunge zu rauchen.“

Rotzfreche Kollegen

Schon vom ersten Tag an sei ihm das Verhalten der Kollegen merkwürdig vorgekommen. „Die Abteilung, in die ich zu Beginn gesteckt wurde, besteht aus sechs Personen, von denen alle rauchen“, erzählt er uns. Ständig stehe mindestens einer seiner Kollegen auf, um „nur mal kurz eine zu rauchen“, die halbe Abteilung ginge dann in der Regel mit. „Das dauert dann meistens zehn Minuten. Eher länger. Das dann pro Person bis zu achtmal am Tag. Hinzu kommt noch die Mittagspause von 45 Minuten. Die Raucher in meiner Firma machen also zwei Stunden Pause am Tag – mindestens. Ich hatte zeitweise das Gefühl die Abteilung im Alleingang zu leiten, weil nie einer richtig da war, und das schon an meinem ersten Tag!“

Abziehen am Arsch

Besonders frech findet Kevin, dass seine Kolleginnen und Kollegen sich und den Rest der Belegschaft rotzfrech anlügen. „Ständig dieses Gelaber, dass sie ihre Raucherpausen von der Mittagspause abziehen würden. Ich habe den einzig anderen nicht-rauchenden Kollegen gefragt, ob das in seiner dreißigjährigen Betriebszugehörigkeit schon mal passiert sei. Er hat nur resigniert mit dem Kopf geschüttelt. Dann fing er an zu weinen.“ Kevin sah keine andere Möglichkeit, er musste handeln: „Ich habe erst überlegt, zum Betriebsrat zu gehen und mich zu beschweren. Oder zu meinem Chef. Aber die quarzen ja auch alle wie die blöden. Also tue ich jetzt das einzig richtige: Kettenrauchen! So langsam habe ich das mit der Lunge auch raus. Und wenn man nebenbei Kaffee trinkt, schmeckt es auch nicht so eklig. Ehrlich gesagt, bin ich froh, diesen Schritt gemacht zu haben, denn seitdem ich meine „kurzen Raucherpausen“ mache, ist das Arbeitsleben viel erträglicher. Fühlt sich beinahe wie Urlaub an. Auch mit den Kollegen kommt man viel öfter ins Gespräch und ist kein Außenseiter mehr. Toll.“

Kevins Betrieb sucht übrigens händeringend einen neuen Mitarbeiter, da momentan komischerweise viel Arbeit liegenbleibt. Da der Betrieb anonym bleiben möchte, senden Sie ihre Bewerbung an haenselblatt@gmx.de, wir leiten sie dann weiter. Nicht-Raucher werden bevorzugt.

 

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