Toilettenschlange mit Messestand verwechselt: Mann (37) geflasht von angeblichem WC-Simulator

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So sieht er laut Corni P. aus: Der Innenraum vom WC-Simulator. Foto: Pixabay
So sieht er laut Corni P. aus: Der Innenraum vom WC-Simulator. Foto: Pixabay

Köln – Wie jedes Jahr lockt die Spielemesse Gamescom tausende Videospielfans an. Großes Thema 2016 ist „Virtual Reality“, die den Spielern Gelegenheit bietet, noch tiefer in Bits und Bytes zu versinken. Nur ein Messebesucher scheint das Konzept der Virtual Reality noch nicht so ganz verstanden zu haben.

Videospiele sind für uns alle Neuland

Corni P. (37) ist das erste Mal in seinem Leben auf der Gamescom in Köln, aber schon in aller Munde. Der beurlaubte Lehrer aus Bad Eilsen hat es in nur wenigen Stunden geschafft, eine richtige Messe-Legende zu werden. Doch was war passiert? „Ich muss zugeben, als ich hier ankam, war ich schon erstmal ein wenig überfordert. Der ganze Krach, die blinkenden Lichter und satten Farben überall – fast wie auf einem Drogentrip hier.“ Corni P. streifte erst einmal ziellos durch die Messehallen, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Überall diese riesigen Messestände mit den langen Schlangen davor. Irgendwann habe ich mir dann ein Herz gepackt und mich hinter ein paar Jungs eingereiht.“

Eine Stunde warten für fünf Minuten Toilettengang

Corni P. steht fast eine Stunde in der Warteschlange. „Für die Gamescom ist das noch kurz, habe ich mir sagen lassen. Bei anderen Ständen wartet man vier Stunden oder länger, nur um fünf Minuten Hand anlegen zu dürfen.“ Mit jeder Minute geht es ein paar Meter weiter. „Irgendwann sah ich den Namen von dem Messestand: ‚V V C‘. Glaube, das steht für ‚Virtual Variety Chamber‘ oder so. Macht jedenfalls am meisten Sinn.“ Die Zocker vor und hinter Corni P. amüsieren ihn derweil prächtig: „Oh, man. Das waren so richtig ungeduldige Nerds dabei. Viele von denen sind auf- und abgewippt und haben sich teilweise vor Aufregung in den Schritt gegriffen. Da habe ich herzlich gelacht und denen gesagt, sie sollen locker bleiben. Jeder kommt schon noch an die Reihe.“

„Das beste Game aller Zeiten“

Dann kommt der große Moment. Corni P. betritt zusammen mit ein paar anderen das überfüllte WC. „Es war der Wahnsinn! Einfach so ging es los! Keine Anweisung, kein gar nichts. Ich musste nicht mal eine von diesen Brillen aufsetzen! Der fließende Übergang in den Simulator war der Hammer. Ich war zwar schon etwas überrascht, das Gamer auf so ein Szenario zu stehen scheinen.“ Als Corni P. in den Spiegel der angeblichen Simulation schaut, ist er hin und weg. „Sogar meinen Avatar haben die eins zu eins übernommen. Alles von Zauberhand! Und nirgendwo ein Mitarbeiter zu sehen. Richtige Profis da am Werk. Wow!“ Sogar das „Geschäft“ klappe im Simulator reibungslos, so Corni P. gegenüber dem Hänselblatt. „Ganz ehrlich? Das fühlte sich schon beinahe zu echt an. Sogar Gerüche waren eingebaut. Einer meiner Mitspieler hat in seiner Kabine eine richtige Stinkbombe abgeseilt. Der scheint schon ein paar Level höher gewesen zu sein.“ Kurz darauf verabschiedet sich Corni P. „Jetzt muss ich aber auch los. Ich war jetzt schon dreimal in dem Simulator, aber ich kriege immer noch nicht genug. Will beim nächsten Durchlauf mal einen Handstand auf dem Lokus versuchen. Was soll schon passieren? Ist immerhin alles nur Virtual Reality.“

 

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