Um Hurricane-Besucher in die Pflicht zu nehmen: Dixi-Klo-Reinigung per Losverfahren

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In einem solchen Dixi-Klo wird schon bald jeder zehnte Hurricane-Besucher schrubben bis der Arzt kommt. Foto: Pixabay
In einem solchen Dixi-Klo wird schon bald jeder zehnte Hurricane-Besucher schrubben bis der Arzt kommt. Foto: Pixabay

Scheeßel – Skandal auf dem diesjährigen Hurricane Festival – und das ausgerechnet zum 20. Jubiläum! Wie die Veranstalter heute bekanntgaben, werden zufällig ausgewählte Besucher während des Festivals zur Dixi-Klo-Reinigung herangezogen. Offiziell soll die Maßnahme einen erzieherischen Effekt haben. Jeder Besucher mit einem „x“ auf seinem Bändchen kann schon bald als Reinigungskraft in einer solchen Festival-Toilette landen.

Feiern, saufen, Toiletten schrubben

Für jedes Festival gelten dieselben Regeln: Es geht ums Feiern, Saufen und Vögeln. Das bei solchen Eskapaden auch eine Menge Müll produziert wird, den die Besucher in der Regel nicht selber wegräumen, ist bekannt. Doch diesmal machen die Veranstalter des Hurricane den zahlenden Besuchern einen Strich durch die Rechnung! „Ja, es stimmt. Wir haben uns dafür entschieden, die Besucher in diesem Jahr mal in die Pflicht zu nehmen. Mit der Klo-Reinigung wollen wir das Umweltbewusstsein der Leute stärken“, sagte ein Mitarbeiter auf Nachfrage des Hänselblatts. So lautet also die offizielle Version. Die wahren Gründe für die Maßnahme nannte uns ein zuverlässiger Hänselblatt-Informant, doch dazu später mehr.

„Sprühwurst-Sven“ bringt sich in Stellung

Die Auswahl der unfreiwilligen Toilettenreiniger ist relativ simpel, wie uns ein Mitarbeiter erklärt: „Wir haben jedes zehnte Bändchen mit einem kleinem „x“ versehen. Das steht für ‚DiXi-Klo‘. Wer ein solches Bändchen besitzt kann jederzeit spontan von der Festivalleitung zur Kloreinigung herangezogen werden, egal ob gerade Rammstein spielen oder Deichkind. Die entsprechenden Personen bekommen von uns kostenfrei eine Hurricane-Klobürste gestellt, diese dürfen sie auch als Andenken mit nach Hause nehmen.“ Wer seinem Dienst an den Dixi-Klos nicht nachkommt, dem schicken die Veranstalter zur Strafe „Sprühwurst Sven“ auf den Hals. „Sagen wir mal so“, verrät uns ein Sprecher des Festivals, „wenn der mit einer Toilette fertig ist, wird es nicht unbedingt leichter. Der ernährt sich auf Festivals nur von Dosenravioli und Dosenbier und kippt das Ganze mit billigem Whiskey-Cola runter. Ein teuflischer Cocktail.“ „Sprühwurst Sven“ ist in der Szene eine Legende. Erzählungen berichten davon, dass er bei seinem ersten Festival im Jahre 1998 ein DIXI-Klo so „verwüstet“ hat, dass es danach in Gorleben zwischengelagert werden musste. Übrigens: Sollten renitente Besucher sich strikt weigern, die Fäkalien anderer Leute wegzuwischen, werden sie in finaler Konsequenz des Festivals verwiesen.

Corni P. hat den Durchblick

Mitternacht in einem ostdeutschen Parkhaus. Wir sind mit Corni P. verabredet, seines Zeichens Festivallegende. Der Enddreißiger und Dreadlock-Träger verschlief trotz Unwetters die Absage von Rock am Ring (hier Cornis Geschichte nachlesen). Jetzt hat er brisante Informationen für uns. „Mich haben sie damals ja auch schon zur Dixi-Klo-Reinigung herangezogen“, sagt er und zieht an einer merkwürdig verformten Zigarette. Süßlicher Duft liegt in der Luft. „Als ich mit meinen Dreadlocks die Krusten von den Toilettenrändern abschrubbte – was übrigens sehr gut funktioniert hat – hörte ich, wie ein Mitarbeiter vom Ring (Rock am Ring, Anm. d. Red.) mit jemandem vom Hurricane telefonierte. Und immer wieder viel das Wort ‚Kostenersparnis‘.“  Es geht also mal wieder ums liebe Geld. Als wir den Mitarbeiter, der uns vorher was von Umwelt und erzieherischen Maßnahmen erzählte, mit den harten Fakten von Corni P. konfrontieren, knickt dieser ein und gibt zu: „Ja, es stimmt. Die Aktion mit den Dixi-Klos ist einzig und allein dem Umstand geschuldet, dass wir Kosten sparen müssen, damit die Eintrittspreise nicht durch die Decke gehen. Die Leute werden das verstehen. Außerdem ziehen am Ende ja nur einige wenige die Arschkarte.“ Eine unfassbare Enthüllung, die auf dem Festival sicherlich die Runde machen wird. Laut Hänselblatt-Informationen hat sich jetzt schon ein lebhafter Schwarzmarkt etabliert, auf dem Bändchen ohne „x“ gehandelt werden. Tauschpreise von bis zu 20 Dosen Ravioli sollen schon geboten worden sein.

 

 

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